In den 90-iger Jahren waren jedoch anfangs einige Hindernisse zu
überwinden, da wir damals keine Organisation im Hintergrund
hatten. Angefangen mit der Vereinsgründung im März 1990
und den Verhandlungen mit Gemeinde und Katholischer Kirche über
eine geeignete Räumlichkeit mussten wir vor allem zuerst ein
kleines Startkapital sammeln, mit dem wir unser erstes Stück
in Angriff nehmen konnten. Dank der großzügigen
Unterstützung einiger Sponsoren konnte sich bald der Vorhang
öffnen für unser Premierenstück, Ödön von
Horvath's "Hin und Her". Das Lampenfieber war groß,
es schlichen sich kleine Fehler ein, über die das zahlreich
erschienene Publikum jedoch großzügig hinwegsah. Alles in
allem konnten wir ein gelungenes Debüt feiern, das eine
entsprechende Euphorie nach sich zog. Schnell wuchs unsere Gruppe
und das nächste Stück ließ nicht lange auf sich
warten. Diesmal hatten wir uns für den "Meteor" von
Friedrich Dürrenmatt entschieden. Ein Stoff, der uns inhaltlich
einiges abverlangte. Aber auch die experimentelle
Bühnengestaltung und die technische Unterstützung gaben
dieser Produktion schon ein ganz anderes, für die Zukunft und
unseren Stil wegweisendes Gesicht.
Nach nunmehr bald 20 Jahren können wir auf zahlreiche
Stücke zurückblicken, die für viel Gesprächsstoff
sorgten und zu regen Diskussionen zwischen Zuschauern und
Schauspielern führten; auch ein Punkt, auf den es uns ankommt:
kritisch zu sein. Wir wollen Denkanstöße geben, nicht
alles als gegeben hinnehmen, ohne belehrend zu sein. Unser Metier ist
und bleibt, auch wenn wir älter geworden sind, neben aller
Unterhaltung die Auseinandersetzung mit unserer Gesellschaft.
Diese zeigt sich in einer Auswahl der von uns aufgeführten
Autoren und Stücke:
Doch nicht nur unser Repertoire, auch unsere Räumlichkeiten,
unser Equipment und unsere Schauspielfähigkeiten haben sich von
Jahr zu Jahr entwickelt. So konnten wir nach achtjähriger
Spielzeit im Papst-Johannes-Haus 1999 unseren eigenen, selbst
ausgebauten, Theatersaal beziehen, der
uns seitdem vielfältige Möglichkeiten bietet.
Im Sommer 2004 wagten wir einen weiteren Entwicklungsschritt. Wir
setzten unser bisher größtes und sehr erfolgreiches
Theaterprojekt um und spielten freilicht "Die Räuber"
von Schiller im Meringer Schlosshof.
Seit dem Jahr 2008 gibt es auch eine Kindergruppe, in der theaterinteressierte Kinder und Jugendliche zusammen spielen und das kleine und große Meringer Publikum zur Weihnachtszeit mit Märchen unterhalten.
So wurden seit der Gründung des Neuen Theaters Mering e.V. bereits 32 Inszenierungen aufgeführt (Stand: Dezember 2009).
In diesem Stile - mit einem Mix aus gesellschaftskritischen Stücken, Klassikern und Stücken für die Leute von morgen - werden wir weitermachen. Uns ist es wichtig, Theater auf die Bühne zu bringen, das interessiert und gefällt, Schauspiel, das Identifikationsmöglichkeiten bietet. Wir glauben, auf diesem Wege besonders das jüngere Publikum wieder für das Theater begeistern zu können.