20 Jahre NTM

 

2010 - ein besonderes Jahr für das NTM

Julilaeum Im März 1990 gründete eine Gruppe theaterbegeisterter Jugendlicher das NTM. Dies ist nun 20 Jahre her und das NTM gehört seit fast zwei Jahrzehnten zum festen Bestandteil des Kulturangebots im Landkreis Aichach-Friedberg (Chronik).

Grund genug für uns, zu feiern.

Die Feier anlässlich des 20-jährigen Bestehens des NTM fand am 2. Oktober 2010 im Dachtheater in der Schlossmühle statt.

Und natürlich haben wir uns für unser Publikum zum Jubiläum etwas Besonderes einfallen lassen. Im Juli 2010 haben wir Gotthold Ephraim Lessings "Emila Galotti" als Freilichtinszenierung im Hof des Meringer Schlosses aufgeführt. Im September fanden zwei Zusatzaufführungen unter "festem Dach" im Theatersaal in der Schlossmühle statt. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter "gespielte Stücke".

Die nachfolgenden Artikel wurden zum des 20. Vereinsgeburtstages veröffentlicht und enthalten ebenfalls Interessantes und Informatives über den Verein. Diese und weitere stehen am Ende dieser Seite auch im Original zur Ansicht bereit.


05.04.2010
Wenige Sekunden entscheiden über den Erfolg

FA-Bild_1 Es sind die Sekunden, in denen der Schauspieler die Bühne der Schlossmühle betritt und nach langen Proben erstmals in der neuen Rolle vor dem Publikum steht. Die Nervosität schießt hoch, ist nicht vergleichbar mit der Unruhe vor der Aufführung etwa im Schminkraum über der Bühne.

Die ersten Worte, Gesten müssen sitzen, dürfen keine Unsicherheit verraten, bis die Sicherheit zurückkehrt, die Aufregung sich legt - und die eigentliche Freude am Spiel beginnt.

32 Stücke im Laufe von zwei Jahrzehnten

Unzählige Male haben die Schauspieler des Neuen Theaters Mering (NTM) diese entscheidenden Sekunden erlebt - und über sie hinweg in die insgesamt 32 Stücke hineingefunden, die im Laufe der vergangenen 20 Jahre vom NTM aufgeführt wurden. Kritisch wollte es damals sein, das Neue Theater Mering und das will es auch heute noch, 20 Jahre nach der Gründung. Gespielt wurden Stücke wie "die Unvernünftigen sterben aus" von Peter Handke, "Andorra" von Max Frisch oder auch "Porträt eines Planeten" von Friedrich Dürrenmatt. Das Meringer Publikum erlebte absurdes Theater, Impro-Theater. Aber auch Komödien.

Frei, innovativ und frech

Aus der Taufe gehoben wurde der Theaterverein im März 1990. Einige junge Leute wollten einfach Theater spielen, frei, innovativ und frech. Sie fanden Sponsoren, im Papst-Johannes-Haus und im Jugendraum daneben eine Spielstätte, und vor allem fanden sie Publikum. Die Zahl der Theaterbegeisterten wuchs. Bei der Inszenierung von Gundi Ellerts „Jagdzeit“ etwa standen 30 Schauspieler auf der Bühne - ein Rekord damals. Nur das Freilichtstück "Die Räuber", das Jahre später im Innenhof des Meringer Schlosses aufgeführt wurde, übertraf diese Zahl.

FA-Bild_2 Der zentrale Meilenstein in der Entwicklung des NTM wurde mithilfe der Gemeinde Mering im Jahr 1998 gelegt: In den Räumen der Schlossmühle durfte sich das Theater eine eigene ständige Spielstätte einrichten, in der die Mitglieder auch proben können.

In diesen Räumen begann auch eine Entwicklung, die viele sehr lieb gewonnen haben und die den Schauspielern unvergessliche Momente bescherte: die Stücke für Kinder. Etliche wurden im Laufe der Jahre inszeniert. Derzeit arbeiten die Verantwortlichen um den ersten Vorsitzenden und Gründungsmitglied Markus Schwab an einer neuen, großen Inszenierung.

Geburtstag wird gefeiert mit "Emilia Galotti"

Im Sommer wird wieder im Schlosshof das Stück "Emilia Galotti" von Lessing auf die Bühne gebracht. Ein klassisches Stück. Aber besser geeignet als viele andere, um moderne Phänomene der Gesellschaft zu durchleuchten. Premiere ist am 9. Juli. Und natürlich wird auch der 20. Geburtstag noch angemessen gefeiert. Die Theaterfamilie und ihre Freunde begehen das Fest am 2. Oktober.

veröffentlicht: Friedberger Allgemeine vom 05.04.2010, Fotos: NTM


05.04.1990
Meringer Jugendliche gründen Laienspielverein "Neues Theater"

Vorstand gewählt und erstes Stück, Horváths "Hin und Her", besprochen.

Mering. In Mering wurde ein weiterer Theaterverein gegründet. Jugendliche zwischen 18 und 22 Jahren wollen unter dem Namensetikett: "Neues Theater Mering" moderne Thetaerstücke, die sowohl Thematik als auch Probleme der Gegenwart ansprechen, auf die Bühne bringen. Nicht außer acht lassen will man dabei, dass ernstere Sujets nun einmal besser humorvoller präsentiert von den Zuschauen angenommen werden. Man setzt bewusst, und dies ist eine Vorgabe der neuen Gruppe, auf andersartige Theaterstücke gegen die landkreisüblichen, durchaus beliebten Bauernschwänke. Dass hier ein Bedarf ist, war bereits an den in den Vorjahren aufgeführten Stücken, etwa den "Physikern" von Friedrich Dürrenmatt, festzustellen oder mit der Aufführung von Kishons "Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht", welche ausverkauft war.

FA-Bild Die Jugendlichen, die bisher als "Junges Theater" auftraten, mit einigen Mitgliedern auch bei der Volksbühne Mering schon präsent waren, können demnach insgesamt vier Jahre Theatererfahrung aufweisen. Trotzdem möchte man nicht auf die beratende Unterstützung von Rudolf Schwab von der Volksbühne Mering verzichten, der mit einigen Tips zur Seite stehen wird. Als Laienschauspieler treten künftig auf: Andreas Gärtner, Markus Schwab, Claudia Blum, Robert Seidl, Markus Steber, Sandra Endress, Markus und Stefan Puchta, Michael Singer, Angelika Beisel, Christiane Neumeir, Marius Pendovici, Christian Hohn, Florian Gerlach. Fürs Bühnenbild zeichnen zuständig: Sabine Müller, Florian Einfalt, Sabine Maresch, Susanne Dinkel. Die Beleuchtung übernimmt Gerd Ramert. Die Ausarbeitung und Gestaltung der Aufführungsstücke werden in Teamwork durchgeführt.

Die Jugendlichen sind Studenten und Schüler, Auszubildende oder stehen bereits seit einiger Zeit im Berufsleben. Durch das Entgegenkommen der Pfarrei St. Michael können die Proben im Jugendheim abgehalten werden, worüber man sich sehr freut. Als erstes Stück unter dem neuen Namen haben sich die Jugendlichen für den Autor Ödön von Horváth mit "Hin und Her" entschieden, die Proben laufen derzeit schon zweimal wöchentlich. Die Aufführungen sind vorgesehen am 26./27. Mai und am 2./3. Juni, jeweils im Papst-Johannes-Haus.

Die Gründung und die Wahl

Markus Steber übernahm die Begrüßung und verlas, nachdem die Anwesenden die Beitrittsformluare ausgefüllt und unterschrieben hatten, die für den Theaterverein "Neues Theater" maßgebliche Vereinssatzung. Er legte noch einmal die Zielsetzung klar, vielfältige, moderne Theaterstücke anzubieten. Wie es bei einem gemeinnützigen Verein üblich ist, kommen die Einnahmen allein dem Verein zugute, werden nicht auf die Mitglieder umgelegt. Steber beantwortete Zusatzfragen der jungen Mitglieder. Dann schritt man zur Wahl. 16 Wahlberechtigte kürten den ersten Vorsatand des "Neuen Theaters". Als erster Vorsitzender fungiert demnach Robert Seidl, als zweiter Vorsitzender Markus Steber. Die Kassenführung übernimmt Andreas Gärtner, die drei Beisitzer heißen: Florian Einfalt, Sabine Müller, Markus Schwab. Schriftführerin wurde Kathrin Weinkamm. Der Jahresbeitrag beläuft sich auf jährlich 12 DM.

Das Schlusswort erhielt natürlich der neue erste Vorsitzende, der für die gute Zusammenarbeit in den nächsten zwei Jahren warb. Der Verein wird nun die Eintragung ins Vereinsregister beantragen.

veröffentlicht: Friedberger Allgemeine vom 05.04.1990, Foto: Hochlenert


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Paaranzeiger 06/2010 | Stadtzeitung 06/2010

 


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