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Zum Stück
Deutschland ist Jagdland, und die Jetztzeit ist Jagdzeit. Einer jagt den anderen, jeder jagt für sich selbst, und im Kampf um sein Eigentum bewaffnet sich der Einzelne gegen den Anderen, Fremden, Bedrohung. Ingrotesker Zuspitzung und einer pointierten Sprache zeigt Gundi Ellert in Ihrem Stück Jagdzeit das Klima zunehmender Bedrohung und Pervertierung. Handlungsort ist ein Bunker in einem "romantischen Wald" in der Nähe einer kleinen Grenzstadt. Es ist ein historischer Ort, ein heiliger Ort, an den die Väter ewige Schwüre geleitet haben. Die Nachgebohrenen wollen ihn schützen, damit "die anderen" nicht einfach in ihre Geschichte "hineinscheißen". Mit Gewehren und Knüppeln bewaffnet, ziehen sie nachts durch den Wald. Sie sind auf der Jagd. Die Jagd ist eine Domäne der Männer. In Gundi Ellerts Stück sind Lenz, der Bürgermeister, Tolle, der Wirt, Reiser, der Eisenwarenhändler, Grühl, sein Angestellter, Faber, ein kleiner Finanzbeamter. Es sind reale Figuren und zugleich phantasmagorische Gestalten, besessen von der Angst, überfallen zu werden. In ihre Häuser ist eingebrochen worden. Nun wollen sie die Diebe wie Jagdwild erlegen und schießen sich unversehens selbst an. Sie errichten imaginäre elektrische Zäune, legen Minenfelder, stellen Fuchsfallen auf, um die Fremden zu fangen. "Jäger sein, heißt vor allem Heger sein".
Die Fremden sind die eigenen Söhne und Töchter. Sie haben den gleichen Ort
ausgesucht, um sich zu versammeln und ihr gestohlenes Hab und Gut zu verstecken.
Robert, eine einsame, wider Willen faszinierende Figur, wird eine Partei gründen.
Gundi Ellerts Stück ist ein schmerzhaftes Stück, in dem nicht der
Rechtsradikalismuns eines Einzelgängers das Erschreckenste ist, sondern die Befriedung
in den geschlossenen Grenzen einer scheinbar offenen Gesellschaft. Es ist ein Stück
über unsere Gegenwart, in die Geschichte hineinragt und aus der Zukumft hervorscheint.
Anke Roeder
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pdf-Dateien
| Lenz | Peter Biet |
| Reiser | Matthias Roßmanith |
| Grühl | Tobias Zinner |
| Max | Andreas Gärtner |
| Tolle | Christian Schnappinger |
| Faber | Miroslav Vucicevic |
| Robert | Volker Dietrich |
| Hans | Markus Schwab |
| Jens | Christian Gerlach |
| Vinzenz | Matthias Lidl |
| Paul | Michael Kopfmüller |
| Kathi | Martina Drexl |
| Marie | Christine Spieß |
| Angie | Ute Hennig |
| Sophia | Tilla Hennig |
| Regie | Mathias Krupna Angelika Beisel |
| Souffleuse | Manuela Cless |
| Bühne | Nicole Koers Markus Schwab Wolfgang Pirkl |
| Kostüme | Annette Tienert Margarete Krupna |
| Beleuchtung | Gerhard Ramert Florian Einfalt |
| Ton | Marc Chmelik |
| Requisite | Nicole Koers |
| Maske | Katrin Weinkamm Julia Weinkamm Christiane Böggemann Sabine Schneck |
| Plakat | Volker Dietrich |
| Titelseite Programmheft | eine Gemeinschaftsarbeit |
| Programmheft | Mathias Krupna Norbert Ebner |
| Werbung und Öffendlichkeitsarbeit |
Volker Dietrich Tilla Hennig |