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Zum Stück:
Der Kleine Prinz, eine Ode an die Liebe und die Freundschaft, ist zweifellos Saint-Exupérys
bekanntestes Werk.
Die poetisch-philosophische Fabel erzählt von der Reise eines kleinen Prinzen auf der
Suche nach wahrer Freundschaft. Während dieser Reise über verschiedene Planeten
lernt der Kleine Prinz unterschiedliche Charaktere kennen, die ihm allesamt "sehr
sonderbar" erscheinen. Bei keiner dieser Personen findet der Kleine Prinz, wonach er
sich sehnt. Sie sind auf lächerliche Weise allein mit sich selbst beschäftigt.
Die Begegnung mit dem Fuchs stellt einen Wendepunkt auf seiner Reise dar. "Man sieht
nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar". In dieser
so oft zitierten Weisheit erkennt der Kleine Prinz, dass er die Liebe, die er sucht, bereits
in seiner zu Hause zurückgelassenen Rose gefunden hat. "Du bist zeitlebens für
das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast." Der Kleine Prinz versteht, dass
er für seine Rose verantwortlich ist und kehrt auf seinen Planeten zurück.
Der Kleine Prinz ist eine Geschichte, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen
fasziniert. Sie übt Kritik an der Gesellschaft, in der traditionelle Werte verfallen,
wo oberflächlicher Konsum über das verantwortungsvolle Miteinander erhoben wird.
Sie ist außerdem ein Appell an die Erwachsenen, zeitlebens ein Stück ihrer
kindlichen Neugier und Fantasie zu bewahren.
Der Kleine Prinz wurde in über 120 Sprachen übersetzt. Nur die Bibel und die Werke
von Karl May waren noch erfolgreicher.
Der Autor:
Antoine de Saint-Exupéry wird am 29. Juni 1900 in Lyon in einer aristokratischen Familie
geboren. Als er vier Jahre alt ist, stirbt sein Vater. Saint-Ex, wie er in Frankreich gerne
genannt wird, ist einer der Pioniere der Luftfahrt zum Zwecke der Postbeförderung.
Zunächst fliegt er 1926 für die „Aéropostale“ und schreibt in diesem Jahr sein
erstes Buch, L’Aviateur. 1928 erscheint Südkurier, 1931 folgt Nachtflug, welcher mit
dem „Prix Fémina“ ausgezeichnet wird. Bis zum Kriegsausbruch fliegt er weiter auf Strecken
in Afrika und Südamerika.
Während des zweiten Weltkriegs flüchtet Saint-Exupéry kurzzeitig nach New York,
wo sein erfolgreichstes Werk, Der Kleine Prinz, entsteht. Unter amerikanischem Kommando
kämpft er dann in Nordafrika gegen die Nazis.
Im Alter von 43 Jahren beschließt er, das Fliegen aufzugeben. Von seiner letzten
Mission am 31. Juli 1944 kehrt er nicht mehr zurück. Er verschwindet spurlos mit
seiner Lightning P38 über dem Mittelmeer nahe der Insel Korsika. Saint-Exupéry war ein
Suchender. Stets ging es ihm um den nie endenden Weg der Selbsterkenntnis. Die scheinbare
Nähe zu den Sternen im Flugzeug, die Leere und das Schweigen der Wüste lehrten
den leidenschaftlichen Flieger die Welt begreifen. Gewalt und Schönheit des Universums
erschlossen sich ihm als Gegenwelt zum vordergründigen Konsumglück.
Seine Gedanken gleichen einem prophetischen Aufruf, im Kampf gegen die Erschütterung
der Wertmaßstäbe die Wurzeln unserer Menschlichkeit zu wahren.
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